Michael Puls

Arch Linux Videorecorder mit Pinnacle PCTV 300i DVB-T + PAL

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Hardware: Athlon XP 2800+ mit 2083 MHz auf ASRock K7VT4A+ mit eingebautem Netzwerkanschluß. 512 MB Hauptspeicher, Pinnacle PCTV 300i DVB-T + PAL Fernsehkarte, 40 GB IDE-Festplatte, eine nVidia Geforce 6200 Grafikkarte. Man sieht, es sind mehr oder weniger Reste die da verbaut wurden. Je schneller der Prozessor, desto besser, im ersten Anlauf war es noch ein Sempron 2300, das ging auch. Die Fernsehkarte kommt aus einem Karton mit der Aufschrift Dazzle VideoCollector 2006, sie wurde mit Windows-Software ausgeliefert, ist aber nie richtig gelaufen, mit Linux ist sie handzahm.

Das Mainboard ASRock K7VT4A+ läßt sich nur über das Netzwerk einschalten wenn das Aufwecken über PCI Geräte eingeschaltet ist, das wird im BIOS gemacht, dafür müssen Tastatur und Monitor am Computer angeschlossen sein. Später im Betrieb sind nur noch drei Kabel dran, Strom, Netzwerk und sozusagen Antennenkabel, es ist eigentlich keine Antenne, es ist ein Kabelanschluß. Tastatur und Monitor sind später nicht mehr erforderlich.

Als Betriebssystem natürlich Arch Linux. Das Betriebssystem war schon auf der Platte vorhanden, denn es ist die etwas zu klein gewordene Platte aus dem DVBT-Videorecorder. Üblicherweise muß man das aber auf die übliche Weise von CD oder Stick installieren, da der Videorecorder niemals ein CD- oder DVD-Laufwerk brauchen wird, wäre eine Installation vom USB-Stick eine gute Idee. Es gibt Quellen für USB-Stick Images, man mag danach suchen. Die Installation von Linux oder auch Arch Linux ist bereits reichhaltig beschrieben worden, darum spare ich mir das.

Software, soweit mir das noch einfällt, Arch Linux Basisinstallation mit Editor nano, alsa-utils, hal, openssh, samba, xvidcore, mplayer und dadurch auch mencoder, lame, libv4l, xawtv, lighttpd, perl, xinetd jetzt auch in der aktuellen Version 2.3.14-5, ntp, ethtool

Der Videorecorder für den Kabelanschluß wurde nötig, weil auf dem DVBT Kanäle nicht vorhanden sind die aber im Kabelanschluß vorhanden sind, in diesem Fall Nick. Die Qualität ist noch schauderhafter als sie schon bei DVBT ist, Satellitenfernsehen habe ich bisher nicht, das soll sehr gut sein. Diese Fernsehkarte braucht ein Audio-Verbindungskabel welches ich in den AUX-Anschluß auf dem Mainboard eingesteckt habe, wenn es keinen AUX-Anschluß gibt, dann würde ich den CD-Anschluß versuchen.
Ich gehe gleich in die Vollen, letztendlich sieht ein Befehl zum Aufnehmen auf dem Kabel-Videorecorder etwa so aus:
mencoder tv://22 -tv driver=v4l2:alsa:forceaudio:adevice=hw.0,0:width=320:height=240:device=/dev/video -ovc xvid -xvidencopts fixed_quant=5 -oac mp3lame -o testfile.avi
Aber alles in einer Zeile. Sollte dann ohne Fehlermeldung bereits eine Aufnahme laufen, dann ist der Rest eine reine Fleißarbeit.
Kommentar: tv://22 = Kanal 22, in diesem Fall 9Life...

Es ist einzurichten
/etc/hosts.allow
/etc/rc.conf
/etc/resolv.conf
/etc/lighttpd/lighttpd.conf
/etc/logrotate.d/lighttpd
/etc/rc.local
/etc/ntp.conf
/etc/samba/smb.conf
/etc/xinetd.d/swat
/home/user/.mplayer/mencoder.conf
wobei user auch video oder sonstwie heißen kann, bei mir ist es video

Es sind folgende Probleme zu lösen: Der automatisch aufnehmende User muß in die Gruppen audio und video eingetragen werden.(Dieser User kann heißen wie er will, bei mir heißt er aber video, was wohl eigentlich doof ist, weil es eine Gruppe video gibt, aber es funktioniert trotzdem. Die Sondkarte muß unter Kontrolle gebracht werden, damit bei jedem Neustart wieder die gewünschten Eingänge und Pegel eingestellt sind. Die Fernsehkanäle müssen gesucht und gefunden werden. Der Samba-Fileserver muß in Gang gebracht werden. Der Lighttpd-Webserver muß arbeiten, damit sich der Videorecorder auch fernsteuern lässt. Für Wartungsarbeiten muß der SSH-Zugang eingerichtet sein, denn dieser Videorecorder hat wie üblich weder Tastatur noch Monitor. Die Netzwerkkarte sollte auf WakeOnLan eingestellt werden, damit der Videorecorder sich aus der Ferne einschalten läßt. Von Zeit zu Zeit muß die Uhr des Computers nachgestellt werden, natürlich automatisch, dafür ntp. Der mencoder läßt sich mit einer mencoder.conf einfacher handhaben.

Hinweis: Ich habe ein /home/ltpd Verzeichnis, weil mir das lighttpd immer zu lang zu schreiben ist, dieses Verzeichnis wäre demnach also anzulegen, damit meine Konfigurationsdateien auch funktionieren. Als root: mkdir /home/ltpd, danach chown video:users /home/ltpd. Einen User mit Namen video anlegen, oder mit einem anderen beliebigen Namen, dann muß man aber beim Lesen dieser Hinweise immer daran denken, daß man keinen User mit Namen video hat, als root: useradd video. Den User video in die Gruppen audio und video eintragen, als root: usermod -aG audio,video video. Alles was eigentlich in /home/lighttpd drin ist muß in /home/ltpd verschoben oder kopiert werden, cp /home/lighttpd/* /home/ltpd/.

Das Programm xawtv kann nicht ausgeführt werden, es braucht eine X11 Umgebung, also sowas mit Fenstern und Icons, aber es gehört das Programm scantv zu diesem Paket, damit können die Kanäle gesucht werden. Die Optionen sind PAL und europe-west.

Die Soundkarte einstellen mit alsaconf, in die /etc/rc.conf alsa in die daemon-Liste eintragen, mit alsamixer alle Kanäle auf stumm und Lautstärke Null stellen, mit Cursor links rechts anwählen, mit M stummschalten mit Cursor auf ab die Lautstärke ändern, außer Capture (die Capture-Abteilung ist zu erreichen mit der Taste F4), Capture muß auf mittlere Lautstärke eingestellt werden, die Kanäle AUX und Capture müssen mit der Leertaste aktiviert werden. Alsamixer wird mit der Esc-Taste beendet.

Nach einigen Stunden der Versuche habe ich mich für eine Encodierung mit XVID entschieden, die Parameter mag sich jeder selbst mit Hilfe des Internets erarbeiten. Eine MPEG2 Encodierung mit lavc hat nur einmal kurz geklappt, dann wollte der VLC keinen Ton mehr abspielen, obwohl der MPlayer das einwandfrei gemacht hat. Die Anzahl der Pixel ist 352*272, das ergibt ein Bildformat von etwa 4 zu 3, etwa, beide Zahlen lassen sich durch 16 teilen, das kann jedenfalls nicht schaden, ich meine XVID verträgt es auch wenn es lediglich durch 8 teilbar ist. Ein größeres Format wie z.B. 640*480 überlastet diesen Prozessor, es geht einfach nicht. 704*576 geht natürlich auch nicht. Ein kleiner Dual-Core (E5200) hätte vermutlich keine Mühe damit. 320*240 Pixel ist mir etwas zu klein, wäre aber gut encodierbar.

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08.04.2009-24.04.2009