Michael Puls

Persönliche Computergeschichte

Startseite

Ich schreibe diese kleine Geschichte mehr für mich selbst, damit ich nicht vergesse wie es damals war, als noch nicht in fast jeder Wohnung ein Computer vorhanden war.

Um 1967, das Wort Computer kenne ich von irgendwoher, möglicherweise habe ich schon einen im Fernsehen gesehen, das sind diese mannshohen Schränke wo zwei Magnetbandspulen ruckartig hin- und herlaufen. Diese Geräte gelten als teuer und speziell, kein privater Mensch hat so ein Teil, wozu auch?

Ich besuche die Grundschule, die Lehrerin bringt bedrucktes Computerpapier mit, von ihrem Mann der in einem Rechenzentrum arbeitet. Dieses Papier ist mit dünnen grünen Streifen versehen, im Abstand von 2 Zeilen und es sind allerlei kryptische Ausdrucke darauf. Wir nehmen die Rückseite zum Malen.

Manchmal sprechen wir kleinen Schüler über Computer und vergleichen unser Gehirn damit, Computer werden auch Elektronengehirn genannt. Wozu ein Computer eigentlich gut ist wissen wir nicht, außer, daß man damit rechnen kann. Rechnen hat keine große Anziehungskraft, es ist lästig. Wenn wir richtig gut drauf sind, träumen wir von einem Gerät das unter der Schulbank zum Ausrechnen der Rechenaufgaben benutzt werden kann. Wir glauben nicht, daß es jemals so ein Gerät geben wird.

Als Nebenschauplatz noch einige Bemerkungen zum Telefon, Telefone sind zu dieser Zeit bereits grau, noch etwas früher waren sie schwarz oder manchmal auch weiß. Ein Telefon hat eine Wählscheibe. Es gibt keine Anrufbeantworter, wir stellen uns diese Geräte nicht einmal vor, denn wie soll eine Maschine sich um Anrufe kümmern können? Ein Telefon kommt von der Post, es ist fest an eine Dose in der Wand angeschlossen, es gibt keine Western- oder TAE-Stecker.

Das Telefonbuch heißt Amtliches Fernsprechbuch, das Telefon heißt Fernsprechapparat, es gliedert sich in Handapparat und Tischapparat, das erstere ist der Hörer, das letztere das Ding wo die Wählscheibe dran ist und wo der Hörer gewöhnlich abgelegt wird. Es gibt keine schnurlosen Telefone, es wird nicht danach verlangt, es ist schon von Seiten der Post einfach unvorstellbar. Ein Telefon ist immer grau, andere Farben gibt es erst später.

Alles was das Telefon zum Laufen bringt und verwaltet heißt Amt, z.B. Fernsprechamt. Die Leute die dort arbeiten sind überwiegend Beamte, denn sie erfüllen einen wichtigen Staatsauftrag. Als einzige Unterscheidung sind die Dienstfahrzeuge der Fernmeldebeamten grau statt gelb.

Eine Telefonleitung von der Straße durch den Keller und dann durch alle Stockwerke ist absolut nicht üblich in der Grundausstattung der Wohnung. Daher ist die Installation eines Telefons ein echtes Abenteuer, aber Arbeitszeit kostet fast nichts.

Eine am Anfang der 1960er Jahre gebaute moderne Wohnung hat bestenfalls einen Anschluß zur Fernsehantenne auf dem Dach, es gibt zu dieser Zeit ein Fernsehprogramm von der ARD und ab 1963 auch noch das zweite Programm, ZDF. Zum Ende der 1960er Jahre kommt das dritte Programm dazu, mein Vater trägt dafür den als tragbar deklarierten Schwarzweiß-Fernseher, denn er hat einen Tragegriff, vom Wohnzimmer zur Küche. Nur dort ist das dritte Programm mit der aufgesteckten doppelten Teleskopantenne dieses Röhrenbestückten Fernsehgerätes zu empfangen, es ist noch nicht auf der Antennendose aufgelegt.

Farbfernsehen gibt es ab 1967, Farbfernsehgeräte sind riesengroß, brauchen Unmengen an Strom und sind immer kaputt, außerdem sind sie wahnsinnig teuer. Wir haben erst ab 1974 einen Farbfernseher, mit 8 Sensortasten zum Umschalten der Programme und Schiebereglern für Lautstärke, Helligkeit, Kontrast und Farbe. Eine Fernbedienung hat dieses Gerät nicht, es gibt aber schon welche mit Fernbedienung. Kabelgebundene Fernbedienung mit sehr eingeschränkter Funktion gab es schon früher. Den jungen Familienmitgliedern kommt die Bedienung des Fernsehgerätes zu, denn sie haben junge Beine, Standardanweisungen sind: "Schalte mal um" oder "Mach mal lauter".

Während der Grundschulzeit streift mich der Computer nur als Wort, ich habe nie einen in Wirklichkeit gesehen.

1971, ich besuche das Gymnasium, wir haben Schwimmunterricht in der Schwimmhalle eines Zigarettenherstellers. Ja, genau, Arbeitgeber sorgen sich noch um das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter. Es gibt nicht nur eine Schwimmhalle, sondern auch eine Sauna, Sporthalle, Freizeitraum und was weiß ich noch alles, richtig schön.

Die Schulbehörde betreibt keine Schwimmhallen, der Zigarettenhersteller stellt seine Halle zur Verfügung. Oberhalb des Eingangs zur Schwimmhalle ist offenbar der Raum in dem die Lochkartenlocherinnen des Zigarettenherstellers arbeiten.

Ich habe den Begriff Lochkarte zu dieser Zeit bereits gehört, das hat was mit Computern zu tun, eine Lochkarte ist nicht sehr interesant, möglicherweise habe ich aber schon eine gesehen, ich bin mir nicht sicher.

Jedenfalls kommt eines Tages ein Herr im feinen Anzug zu uns, als wir etwas lebhaft vor dem Eingang zur Schwimmhalle warten und bittet uns um etwas mehr Ruhe weil die Lochkartenlocherinnen sonst nicht arbeiten können, sie haben sowieso schon einen sehr hohen Krankenstand.

Ab 1971 beginne ich mehr oder weniger erfolgreich mit der Elektronik-Bastelei, manchmal funktionert auch was, es handelt sich um Verstärker, Blinkschaltungen, Tongeneratoren, Netzgeräte und Wechselsprechanlagen. Mit dem Computer habe ich nichts am Hut, ich weiß, daß es irgendwo welche gibt, aber ich kann mir nicht vorstellen jemals einen zu besitzen.

Ende 1973 sieht man die ersten Taschenrechner im Kaufhaus, sie sind unbezahlbar und haben fast keine Funktionen. Meinen ersten Taschenrechner habe ich zu Weihnachten 1976. In der Schule dürfen Taschenrechner im Unterricht nicht verwendet werden. Ich habe einen Mathematiklehrer der mit Taschenrechnern nichts anfangen kann, dabei ist er zu der Zeit relativ jung.

Irgendwann um diese Zeit lese ich einen kleinen Beitrag in der Zeitschrift Hobby, über eine neue Methode zur Bedienung von Computern, es gibt ein Gerät mit dem ein Zeiger über den Bildschirm gesteuert wird und dadurch dem Computer die Befehle eingegeben werden. Das sagt mir nichts, ich werde nie einen Computer haben.

Im Fernsehen gibt es bereits den Hinweis "über Satellit" in Nachrichtensendungen. Wahlhochrechnungen erfolgen geheimnisvoll mit Computern. Telefone sind gegen monatlichen Aufpreis schon etwas farbiger, dunkelgrün, senfgelb usw.

Fernsehsendungen aufzunehmen wäre traumhaft, aber es ist nicht möglich, es gibt nichts für den normal sterblichen.

Ich habe einen induktiven Adapter gebaut, damit kann ich Telefongespräche mit dem Cassettenrecorder aufnehmen.

Ich habe einen Mathematiklehrer der von seinem Studium erzählt und dabei Rechenzeit für 50000 DM erwähnt, die er für ein was auch immer Projekt verbraucht hat. Wieviel Rechenzeit verballert mein derzeitiger PC, während er auf einen Tastendruck wartet?

Ab 1975 ist der CB-Funk auf 12 Kanälen auch für nicht Funkamateure, d.H. ohne spezielle Prüfung, erlaubt. Die Funkgeräte haben eine sehr bescheidene Reichweite und sind im Prinzip als Kommunikationsgeräte unbrauchbar.

In der Schule tut sich mit Computern nichts, jedenfalls für mich, es soll bereits irgendwo einen Computerraum geben, dort steht aber nur ungefähr ein(!) Gerät. Die Dinger sind einfach zu teuer, was für eine Maschine es ist, weiß ich nicht, es kann sich jedenfalls nicht um einen PC handeln, den gibt es erst ab 1981.

Etwa 1975 oder 1976 animiert mich jemand in einem Elektronikladen, da wo Einzelteile zu kaufen sind wie Transistoren oder Widerstände, einen Code in eine Tastatur einzugeben, sowas wie $4200 oder so. Der dahinter stehende überwiegend schwarze Bildschirm läßt daraufhin irgendwelche Zahlen durchlaufen. Es soll sich um eine Mondlandungssimulation gehandelt haben. Uninteressant.

Etwa 1978 oder 1979 gibt es eine Atari-Spielekonsole die an den Fernseher angeschlossen wird. Leider kann man dieses Gerät nicht programmieren. Ich versuche mich an dem Schachmodul, ich gewinne nur in der leichtesten Stufe, alle anderen sogar in der schwierigsten.

Die Schule schafft einen Satz Taschenrechner von Texas Instruments an, dadurch haben alle Schüler im Physik-Leistungskurs die Möglichkeit in den Klausuren einen Taschenrechner zu benutzen.

Auf Reisen muß immer eine Telefonzelle gesucht werden, um mit der Heimat Kontakt aufzunehmen.

Bis zum Ende der Schulzeit 1981 bekomme ich keinen Computer in die Hand, bis auf einige Taschenrechner.

Mein erster Boss hat einen Computer, er macht damit die Lohnabrechnung. Ich nehme die Einführung des IBM-PC eigentlich nicht wahr. Anfang der 1980er Jahre stehen auf einmal Commodore C64 und später C128 in einigen Kaufhäusern, der Preis ist astronomisch. Ich kann mir das nicht leisten, obwohl es mich reizen würde.

1987 habe ich einen eigenen Telefonanschluß, das Telefon ist weinrot, es hat eine Wählscheibe und ist fest mit der Wanddose verbunden, dafür ist das Kabel 6 Meter lang.

Ende 1988 kommt ein Atari ST1040 mit Schwarz-Weiß-Bildschirm und NEC P2200 Nadeldrucker ins Haus, ich habe ihn nicht gekauft geschweige denn bezahlt, jüngere Familienmitglieder haben den Anfang gemacht. Dieser Computer kommt ohne besondere Software für 1600 DM über den Ladentisch. Der Drucker mag etwa 700 bis 800 DM kosten. Man kann mit dem Atari eigentlich nichts machen, außer Programmieren und Texte schreiben, das eingebaute MIDI-Interface ist bei einigen Musikern recht beliebt. Der Atari hat keine Festplatte, nur ein Diskettenlaufwerk.

Anrufbeantworter kommen in Mode und in die Läden, die ersten Folgen der Aufteilung der Post in Telekom, Post und Postbank, der TAE-Stecker wird eingeführt.

Im März 1989 kaufe ich meinen ersten eigenen Atari ST1040 mit Schwarz-Weiß-Bildschirm für 1200 DM. Er hat ebenfalls keine Festplatte und den Drucker gibt es auch erst später. Ich programmiere mit GFA-BASIC und Omikron-BASIC.

Ich spiele keine Computerspiele.

Der Atari bleibt bis zum März 1993 im Einsatz. Mein bestes Programm ist ein höllisch schneller Text-Editor aus GFA-BASIC und Assembler. Ich veröffentliche diesen Editor in PD-Diskettensammlungen und er wird im ST Magazin von etwa März 1992 auf einer halben Seite besprochen. Ich habe diesen Editor KLEINEDI.PRG genannt.

Als Zubehör kommen eine externe Festplatte mit 30 MB für 999 DM und ein NEC P2200 Nadeldrucker für 699 DM dazu.

Ein echter Wahnsinn, wenn man die Leistungsfähigkeit dieser Geräte bedenkt, Motorola 68000 mit 8 MHz, 1 MB RAM, maximal 16 Farben aus einer Palette von 512 bei 320*200 Pixel, oder Schwarz und Weiß (keine Graustufen) bei 640*400 Pixel, entweder hat man Farben oder Schwarz-Weiß, weil dafür jeweils ein anderer Monitor erforderlich ist.

1993 ist endlich mein Traumcomputer, der Apple Macintosh, in erschwinglichen Preisregionen angekommen. Ich kaufe einen Macintosh LC mit Graustufen-Bildschirm für 1999 DM. Dieser Computer hat eine 40 MB Festplatte und einen Motorola 68020 Microprozessor mit 16 MHz, es ist das legendäre System 7 dabei, zu der Zeit sehr viel weiter entwickelt als Windows 3.11.

Ein Apple Laserdrucker für 700 DM muß sein, dieser Drucker hat etwa 7 Jahre mit der ersten Kartusche gedruckt.

Der Computer hat sehr viel mit sich selbst zu tun, mit anderen Worten, er ist langsam. Eine 68030/68881 Beschleunigerkarte ist erforderlich, für etwa 700 DM. Zwei 30 polige Speichermodule mit zusammen 8 MB für ca 450 DM, damit sind 10 MB verfügbar weil 2 MB fest eingebaut sind.

Ende 1993 beginne ich mit DFÜ mit einem 2400 bps Modem für 199 DM, kurze Zeit später muß es ein Escom 14400 bps Modem sein. Escom gibt es lange schon nicht mehr, das Modem habe ich noch, es hat ein solides Stahlblechgehäuse und ist immer noch mein liebstes Modem weil es so zuverlässig ist. Der Preis dafür: 449 DM.

Es folgen in den nächsten Jahren noch ein Macintosh Performa 450, ein Performa 630 und ein gebrauchter PowerMac 4400/200.

1995 kaufe ich einen Sony Multiscan 15sf welchen ich bis zum März 2007 benutze, dann fehlt plötzlich die grüne Farbe, ich vermute, daß sich der Heizfaden für die entsprechende Kathode verabschiedet hat.

Der Performa 630 ist ein sehr zuverlässiges Gerät und von 1995 bis 2000 im Einsatz. Der Performa 450 ebenso, der PowerMac 4400/200 löst im Jahr 2000 den Performa 630 ab, er ist zu langsam.

Macintosh-Computer mit Apple-Talk Schnittstelle lassen sich vernetzen, aber die Geschwindigkeit ist lahm. Macintosh-Computer kann ich nicht programmieren, es gibt kein BASIC. Ich experimentiere mit Hypercard.

Meine bevorzugte Anwendung ist ClarisWorks, erst Version 2, später Version 3.

Im September 1995 kaufe ich mein erstes Mobiltelefon, ein Motorola mit Klappe für E-Plus, das Telefon wiegt über 300 Gramm und schafft keine 12 Stunden Standby, es kann keine SMS versenden und hat nur einen einzigen Klingelton, es funktioniert nur in GSM 1800 Netzen, also nur mit E-Plus. Später benutze ich hauptsächlich Nokia-Mobiltelefone, 2110i, Energy, 1610, 5110, 5130, 6150.

1996 habe ich einen Compuserve Account, der ist wertlos aber teuer, 9600 bps ohne Kompression, das ist albern.

1997 mache ich die ersten Schritte ins Internet, ich benutze AOL, was schlimmeres fällt mir nicht ein, das Internet ist langsam und der Performa 630 hat ziemlich zu ackern, die Anbindung erfolgt mit dem 14400 bps Modem.

Zum berühmten Jahreswechsel 1999 auf 2000 geht schlichtweg nichts kaputt. Alle Systeme funktionieren normal. Nur die Hamburger Einwahl zu AOL geht am Sylvesterabend überwiegend nicht. Ich weiche auf die Einwahlnummer von Kiel aus.

2000 kommt der erste PC ins Haus, es ist ein Celeron 466, es ist alles an Software dabei was nötig ist. Der Preis beträgt knapp 1300 DM, dieser Computer ist aber nicht für mich, ich bin weiterhin Applefreak

Durch den vorhandenen PC beginne ich mich in die PC-Architektur und in Windows 98 SE einzufinden.

Die allerersten Versuche mit eigenen Internetseiten werden unternommen.

2001 besorge ich mir einen gebrauchten Pentium 166 mit Windows 95. Ich übe Installieren und Konfigurieren. Der PowerMac 4400/200 wird noch benutzt.

AOL gibt nach zähem Ringen endlich nach und läßt uns frei. Danach gibt es InternetByCall und irgendwann DSL von einem regionalen Anbieter.

Ich erwerbe eine Schachtel SuSE Linux 7.0 Professional, ich komme damit nicht gut zurecht.

Dann geht es bis zum heutigen Tag mit großen Schritten voran, es gibt in meinem Haus etwa 10 betriebsbereite Computer, überwiegend PC mit AMD-Prozessoren, es gibt ein Netzwerk mit Kabel und auch drahtlos, es gibt DSL und ISDN und analoges Kabelfernsehen sowie einen DVB-T Video-Aufnahmecomputer. Ein Telefonanschluß ist bereits mit VOIP angeschlossen. Diverse Siemens C45 Mobiltelefone mit Vodafone Prepaid-Karten ermöglichen das Telefonieren wo immer man will, jedenfalls fast.

Jeder Computer der einen Bildschirm hat, läuft mit Windows XP, die Arbeitspferde (Backup-Server, Fileserver, Videorecorder) laufen mit Arch-Linux.

In naher Zukunft werde ich meinen Desktop-Computer auch auf Linux umstellen, denn ich sollte eine Windows-Update-Vereinbarung bestätigen, die mir nicht gefallen hat, es wären allerlei Daten meines Systems abgefragt und übertragen worden, z.B. die Seriennummer meiner Festplatte und da hört der Spaß auf. Windows Vista werde ich irgendwann zu Gesicht bekommen, aber ich werde es nicht kaufen, Windows ist mit XP für mich am Ende angekommen.

Die Produkte aus dem Hause Apple interessieren mich nicht mehr, sie sind hübsch aber teuer und ich kann keinen Vorteil entdecken. Die nähere Zukunft ist vermutlich immer noch PC-Architektur und Linux mit grafischer Oberfläche, billig, leistungsfähig und zuverlässig.

Und ab hier ist es fast ein Jahr später, wir schreiben ganz frisch das Jahr 2008 und unser derzeitiger Innenminister ist so unglaublich fleißig im Kampf gegen das Böse, daß ich mich vor einiger Zeit entschlossen habe, meinen Desktop-Computer auf Linux umzustellen. Ich möchte dann doch noch etwas Kontrolle über mein System behalten. Ich hoffe, daß ich damit bereits den ersten Schritt zur Abwehr der Remote Forensic Software getan habe. Wir werden sehen.

Es ist August 2008, Linux genauer ArchLinux läuft bereits fast ein Jahr mit KDE als GUI auf dem Tisch und ich komme damit recht gut zurecht, Windows ist noch für bestimmte Spezialfälle vorhanden. Die kleinen Telefone sind jetzt wieder Nokia, aber in einfach, 1110i und 1200, Klappentelefone finde ich unpraktisch, mir kommt es auf das Gewicht und die Größe an. Für Auslandseinsätze erprobe ich SIM-Karten von Airbaltic, für den täglichen Gebrauch in Deutschland sind es ja!mobil-Karten, das Netz ist D1 (T-Mobile...), manchmal nicht so gut wie D2 (Vodafone...), aber dafür billig.

Es ist März 2010, ein Intel Core 2 Duo E5200 auf einem G31M-ES2L Mainboard ist nur noch mit Arch Linux eingerichtet. Ein leises Netzteil, 2GB Speicher, eine 320GB Samsung Festplatte, DVD-Brenner. Das Betriebssystem wurde vom USB-Stick installiert. So langsam setzen sich die UMTS-Internet-Sticks durch, wenn Zeit ist, werde ich einen mit Linux in Gang setzen. Für die jährliche Steuererklärung benutze ich die kostenlose Elster-Software auf einem Windows-PC. Ist nicht meine Schuld daß Windows = Computer gedacht wird in der deutschen Welt.

Ich vermisse nichts auf der Linux-Maschine, derzeit gibt es zwar ein Problem mit der 64 Bit Version des Flash-Players, aber man hat ja zum Glück noch eine alte Version... die Sicherheitsprobleme dieser Software interessieren mich nicht. Ich plane aber einen Umstieg zur grafischen Benutzeroberfläche Gnome. Das KDEmod klemmt immer öfter bei harmlosen Aufgaben wie Drucken im Netzwerk, die Kameraden kommen eben nicht mehr dazu die alte Software an neue Bibliotheken anzupassen und ich habe keine Lust dazu bzw. auch keine Ahnung davon.

Ich bemerke auch endlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 daß sich die optische und inhaltliche Erscheinung des Internets geändert hat. Es ist jetzt Blog und es ist Wiki, es ist Facebok und SchülerVZ und auch Twitter, wovon ich immer noch nicht weiß wofür ich das brauchen könnte. Meine selbstgebastelte Internetseite wird von mir immer weiter zusammengestrichen und vermutlich irgendwann verschwinden.

Im Urlaub beginnt das Internet eine Rolle zu spielen, leider ist der mobile Zugang mit heimischen SIM-Karten aberwitzig teuer. Die Handhabung ausländischer Karten ist kompliziert weil es eine Sprachbarriere gibt und manchmal auch eine Schriftbarriere, Internetzugänge gibt es im Internetcafe, immerhin eine Möglichkeit.

Startseite Seitenanfang

09.08.2010