Schüler in Neuseeland, Geld, Telefon, Internet, Pakete
Die nachfolgenden Notizen mögen eine Hilfe sein für den der nach Neuseeland reisen möchte um dort einige Zeit zu leben z.B. als Schüler und für Eltern die ihre Kinder nach Neuseeland schicken möchten. Ich selbst war noch nie in Neuseeland, ich werde dort vielleicht auch nie hinkommen, aber ich durfte von Deutschland aus einige Probleme lösen und ich mußte den Schriftverkehr mit der Schule und den Gasteltern abwickeln.
Gleich zum Anfang dieses Textes eine Binsenweisheit: Neuseeland besteht aus zwei großen Inseln, die kleinen Inselchen drum herum lasse ich einfach mal weg. Auf der Südinsel ist es kälter als auf der Nordinsel. Wenn wir Sommer haben ist dort Winter, wer im Januar dorthin reist, kommt ins Warme. Ende Juni ist es dort merklich kühler (Nordinsel) oder sogar richtig kalt (Südinsel).
Wer in Deutschland ein normales Leben führt, hat im Winter helle empfindliche Haut, wenn diese dann der neuseeländischen Sonne ausgesetzt wird, besteht höchste Sonnenbrandgefahr. Sonnenschutz der stärksten Sorte, bis hin zum Hut, ist sehr empfehlenswert.
Die Zeitverschiebung von Deutschland nach Neuseeland beträgt 12 Stunden wenn wir Normalzeit haben und die Neuseeländer Sommerzeit, kurzzeitig 11 Stunden wenn wir gerade auf Sommerzeit umgestellt haben, oder 10 Stunden wenn Neuseeland von seiner Sommerzeit auf Normalzeit umgestellt hat. Neuseeland fängt den Tag früher an als Deutschland, also: Bei uns ist Normalzeit, in Neuseeland ist Sommerzeit, Verschiebung 12 Stunden, es ist in Neuseeland z.B. 18:00 Uhr, bei uns ist es derselbe Tag, aber erst 6:00 Uhr. Das ist wichtig für Telefongespräche, nicht wegen der Kosten sondern wegen der Situation an sich. Ist die Verschiebung nur 10 Stunden dann ist es dort 16:00 Uhr wenn es bei uns erst 6:00 Uhr ist.
Der Neuseeländer scheint ein eher lockerer Mensch zu sein, es ist offenbar egal woher dieser Neuseeländer ursprünglich kommt. Es ist üblich sich mit Vornamen anzusprechen, in eMails ist das erst ungewöhnlich aber man gewöhnt sich schnell daran.
Ich habe gelernt es gibt Mr (Herr) Mrs (Frau), offenbar nicht mehr so beliebt und Ms (Frau), die berufstätige Frau ist oft Ms auch wenn sie verheiratet ist, ich dachte Ms sei sowas wie Fräulein. Geht eine eMail an eine Frau würde ich als Anrede Ms verwenden. Aber eigentlich braucht man diese förmliche Anrede nur in der ersten Mail, danach geht das einfach mit z.B. "Dear Elsa ...Text... with kind regards, Michael". "Have a nice day" als Mailabschluß habe ich auch schon verwendet.
Wer nicht wirklich sicher darin ist Englisch tatsächlich zu sprechen, sollte darauf verzichten zum Telefon zu greifen und in Neuseeland offizielle Stellen anzurufen. Mit einer eMail kann man eher versuchen seine Absichten oder Fragen verständlich zu formulieren, finde ich. Wer Englisch nicht einmal lesen kann ist wirklich sehr schlecht dran.
Die Einreisebestimmungen sind tatsächlich so streng wie man überall lesen kann oder wie es bei den Vorbereitungstreffen der bekannten Organisationen berichtet wird. Industriell hergestellte Süßigkeiten als Gastgeschenk mitgebracht sind aber möglich (Schokolade, Gummibären...). Welche Gastgeschenke wirklich gut sind ist schwer zu entscheiden, die Moden werden wechseln, man muß das kurzfristig entscheiden.
Mit ausländischer Erde verschmutzte Wanderschuhe sind bei der Einreise wirklich ein Problem.
Wer Obst oder Leberwurst oder was auch immer, eben was nicht eingeführt werden darf, nicht deklariert, dem wird das nicht nur weggenommen sondern der zahlt derzeit auch noch 200 NZ-Dollar (NZD). Wer es deklariert dem wird es auch weggenommen. Wie gesagt, Schokolade geht, sie sollte original verpackt sein. Aber immer alles wirklich ehrlich angeben, das Gepäck wird sowieso durchsucht, die Neuseeländer sind da richtig streng und man befindet sich maximal weit weg von der Welt die man kennt, deutscher Charme hilft nichts.
Gasteltern können passen wie ein Handschuh oder auch nicht, wenn es nicht läuft, schon nach der ersten Woche den Wunsch zum Wechseln der Gastfamilie äußern.
Geld ist ein sehr wichtiges Thema. Ein Konto bei der Deutschen Bank (in Deutschland) ist zu empfehlen, rechtzeitig eröffnen wenn noch nicht vorhanden, spätestens 8 Wochen vor Beginn der Reise. In Neuseeland kann man mit der Kontokarte der Deutschen Bank bei Geldautomaten von Westpac (eine Bank in Neuseeland, auch in Australien) ohne Gebühren Geld abheben. In Deutschland sollte jemand (Vater und/oder Mutter oder wer auch immer) dieses Konto per Online-Banking verwalten können. Die Deutsche Bank bietet ein Konto und eine "Sparcard", beide Konten auffüllen und auch beide Kontokarten nach Neuseeland mitnehmen. Manchmal klemmt das Geldabheben mit dieser oder mit jener Karte. Eine Kreditkarte ist in Neuseeland sehr praktisch. Eine Kreditkarte ist aber auch sehr wertvoll und gehört eigentlich nicht in "Kinderhände", man muß sich dazu richtig zwingen. Es geht aber auch ohne Kreditkarte.
Die Reisenden haben 2 bis 4 Karten mit, zweimal Deutsche Bank, einmal etwas von sagen wir der gewohnten Sparkasse oder Bank, einmal eine Kreditkarte, wenn man sich das traut.
In Deutschland ist eine Kreditkarte oder zwei (Visa und Master) aber fast unverzichtbar. Es werden Reisen in Neuseeland kommen, Flüge, Busreisen, Unterkünfte sind zu buchen, es müssen eventuell Internet- oder Telefonguthaben gekauft werden, das geht eigentlich nur mit Kreditkarte.
Zwischen Australien und Neuseeland ist freier Warenverkehr ausgehandelt, dadurch kann mit z.B. ebay ein Taschenrechner in Australien gekauft und ohne Schwierigkeiten nach Neuseeland verschickt werden. Andere Güter wären auch möglich, ich kaufte einen Taschenrechner am Computer in Deutschland, welcher aber in Australien angeboten wurde und von dort nach Neuseeland geliefert wurde, bezahlt wurde mit PayPal. Diese Aktion war einfach nötig und sie war praktisch.
Pakete von Deutschland nach Neuseeland sind teuer und brauchen lange, durchaus auch mal 3 Wochen. 5 Kg kosten derzeit 40 Euro, als Geschenk deklarieren, dann maximaler Wert des Inhalts 110 NZD. http://www.customs.govt.nz/importers/Private+importers/Gifts.htm
Auf dem Paket muß eine Zollinhaltserklärung "Formular CN23" in englischer Sprache angebracht werden, die Post (DHL) hat entsprechende Klebetüten. Bei unserer Post ist dieses Formular nur in deutsch/französisch zum Download erhältlich. Ich habe eines von der britischen Post heruntergeladen und bearbeitet, wahrscheinlich ist das nicht erlaubt. Aber wie soll ich in 4 Zeilen 14 verschiedene Teile des Paketinhalts unterbringen? Ich habe mir ein CN23 mit 16 Zeilen gebastelt. Es gibt bei DHL auch eine Liste mit den Anforderungen an den Paketversand für vermutlich alle Länder der Erde, bei Neuseeland steht nur "Englisch" als zugelassene Sprache für das Formular CN23, ich habe es nicht gewagt das deutsch/französische CN23 von DHL zu verwenden. In Neuseeland wäre es nur ein Handgriff und das Paket landet auf dem Müll weil irgendwas den Zöllnern nicht gefällt.
Der Formulartext des CN23 ist dann englisch, doch damit nicht genug, auch die deklarierten Inhaltsteile müssen in Englisch bezeichnet werden, "Fruit Flavour Gums" = "Gummibären", die Anzahl der Teile muß angegeben werden und das Gewicht jedes einzelnen Teils, eine Tüte Gummibären z.B. 300g, wenn es 4 Tüten sind dann Anzahl 4 aber immer noch Gewicht 300g.
Mir hilft beim Übersetzen http://www.dict.cc/
Päckchen brauchen ein Formular CN22.
Immerhin bekommt man bei einem 5kg Paket eine Sendungsnummer und kann den Fortschritt des Transports verfolgen.
Ein Paket von Neuseeland nach Deutschland ist durchaus preiswert und seltsamerweise sehr schnell, z.B. 4160g für 109,44 NZD, Laufzeit weniger als eine Woche.
Wetter in Neuseeland: Von sehr heiß und trocken auf der Nordinsel bis kalt und nass auf der Südinsel, so wie in Norddeutschland, daher ist die übliche deutsche Bekleidung gut verwendbar, von kurzen Hosen mit Gummilatschen bis zu regenfesten Jacken mit derben Wanderschuhen.
Stromversorgung: In etwa die gleiche Spannung wie in Deutschland, aber ein völlig anderer Stecker
http://de.wikipedia.org/wiki/Stecker-Typ_I.
Einen Reiseadapter für Neuseeland und eine 3-fach Steckdose mitnehmen, dann kann das Notebook und das Telefon aufgeladen werden und der Föhn geht auch noch. Ein zusammensetzbarer Reiseadapter hat sich nicht bewährt, das Oberteil hatte nach einiger Zeit die Angewohnheit sich vom Unterteil zu trennen. Es gibt diese Adapter auch als ein Stück, dann ist das wohl besser.
Telefon in Neuseeland: Die erste Aktion des Reisenden in Neuseeland ist, eine Prepaid SIM-Karte von Vodafone NZ kaufen, Vodafone betreibt GSM 900, GSM 1800, und UMTS bzw. 3G 2100, ein gewöhnliches mobiles Telefon welches in Deutschland benutzbar ist, wird mit dieser SIM-Karte auch in Neuseeland funktionieren. Es gibt noch ein weiteres Netz, Two Degrees mit GSM 900 und GSM 1800, das kann im Einzelfall besser sein. Telecom NZ hat nach dem was ich aus Deutschland ablesen kann nur 3G 850 und 3G 2100, es ist demnach ein modernes Hochgeschwindigkeitsnetz, einfache Mobiltelefone wie sie seit Jahren in Gebrauch sind funktionieren nicht in diesem Netz. Wer schon ein 3G-Gerät hat, kann nehmen was er will.
Vodafone scheint sehr verbreitet zu sein, um Kontakt mit seinen Mitmenschen in Neuseeland zu halten, mit netzinternen Gesprächen, wäre das Vodafone-Netz wohl am besten geeignet. Vodafone NZ kann über Westpac-Geldautomaten aufgeladen werden. Es gibt allerlei Zusatzangebote wie z.B. 2000 SMS im Monat für wenig Geld, die Kinder des SMS-Zeitalters wissen ohne jede Hilfe wie das geht.
Im Jahre 2012 hat auch Vodafone NZ die Dinge unglaublich verkompliziert, ich würde mir auch "2degrees mobile" näher ansehen, die Angebote enthalten aber inzwischen auch Internetdatenvolumen für das kleine Telefon.
Bevor es aber auf die Reise geht, sollte noch eine CallYa-Karte 5/15 von Vodafone eingepackt werden, unbedingt das Original, nichts von irgendwelchen Providern. Es dürfen auch 2 Karten sein, die getrennt gehalten werden, dann ist eine in Reserve. Telefone fallen aus der Tasche oder gehen sonstwie verloren und damit auch die SIM-Karte. Das Geld ist dabei nicht so wichtig, aber die Leitung in die Heimat ist dann weg.
Man hat auch nicht nur ein kleines Telefon mit, sondern mindestens 2 oder mehr, ich hätte vermutlich 5 Stück dabei. Einfache robuste Geräte sind völlig ausreichend und es tut nicht so weh wenn davon eines ausfällt.
Warum Vodafone CallYa? Die haben das "Reiseversprechen", soll heißen, in Neuseeland oder auch in Australien kostet angerufen werden, man beachte: "Angerufen werden", nur einmal 75 Euro-Cent, wenn der Anruf nicht länger als eine Stunde dauert... wenn man das mit einem CallYa-Telefon in Deutschland kombiniert (5 Euro-Cent die Minute zu CallYa, auch wenn diese SIM gerade in Neuseeland ist...) ist das meiner Ansicht nach eine preiswerte und zuverlässige Lösung des Telefonproblems. Wenn das Gepräch länger als eine Stunde dauert, kommen für jede weitere Minute derzeit 20 Euro-Cent für den Angerufenen dazu.
Ein Anruf von der CallYa-Karte von Neuseeland nach Deutschland, egal welche Nummer, kostet derzeit einmal 75 Euro-Cent und 29 Euro-Cent pro Minute. Dieses Reiseversprechen gilt auch in der EU, da nervt es aber ein wenig weil jedes kleine Gepräch immer mindestens etwas über einen Euro kostet. Daher hatte ich CallYa eigentlich nicht auf der Rechnung zum Einsatz in Neuseeland.
Die originalen SIM-Karten lassen sich üblicherweise durch Homebanking aufladen, auch die die sich in Neuseeland befinden, Guthabenabfrage geht über vodafone.de oder auch in Neuseeland mit *100# und Abheben oder indem der Kontoserver angerufen wird (+49172 22922), ist gebürenfrei.
Wichtiger Hinweis:
Zwei im Dezember 2011 gekaufte original Vodafone CallYa 5/15 Karten haben weder ein Reiseversprechen zum Abwählen noch zum Dazubuchen, weder im Internet noch im Tarifmanager (Nummer: 22 0 44 bzw. +49172 22044), ich konnte auch mit zeitraubender Suche nicht eindeutig feststellen, ob es das Reiseversprechen für CallYa noch gibt oder nicht, ob es fest eingestellt ist, oder nicht. Nach den Vorschriften der EU gibt es Höchstpreise für Verbindungen aus Ländern der EU z.B. nach Deutschland, derzeit (2012) 41 Cent abgehend, 13 Cent Ankommend. Diese Preise müssen mir als Verbraucher ermöglicht werden, ich kann aber auch jede andere Preisgestaltung haben, die der Anbieter mir bieten will, wenn ich dem zustimme.
Ich befürchte, das Reiseversprechen für Vodafone CallYa-Karten ist nicht mehr im Angebot. Abhilfe ist nur durch den Erwerb von gebrauchten Karten möglich, ich habe 10 Stück mit fast keinem Guthaben darauf bei ebay gekauft für wenig Geld, ich weiß nicht auf wessen Namen sie angemeldet sind, ich kann dafür keinen "Mein Vodafone" Zugang einrichten, aber sie haben eindeutig das Reiseversprechen. Oder eben die neuen Karten ausprobieren, man merkt sofort, ob sie das Geld aus der hohlen Hand fressen, aber das ist mehr was für neugierige, wer es vorher sicher haben will nimmt die gebrauchten.
Demnach, nur noch gebrauchte SIM-Karten mit eindeutig vorhandenem Reiseversprechen.
Mobiltelefone mit Zeitvertrag sind natürlich einsetzbar, ich benutze aber schon ewig nur noch Prepaid und kann daher nur diese Erfahrung beschreiben. Ob sich das bei den Jugendlichen bereits sehr beliebte iPhone mit T-Mobile Flatrate in Neuseeland einsetzen läßt, ohne die Familie in Deutschland zu ruinieren, vermag ich nicht zu beurteilen. Ein freies iPhone 3G oder 3GS und alle weiteren Modelle kann ich mir mit einer Telecom NZ SIM-Karte aber gut vorstellen.
Aus Deutschland eine echte neuseeländische Nummer anrufen, z.B. mit dem Festnetzanschluß, geht mit der Vorwahl 0064 und dann die weitere Nummer aber ohne führende Null. Daher würde auch die neuseeländische Mobilnummer mit der Vorwahl 0064 angerufen werden. Eine Vodafone-NZ-Nummer würde z.B so beginnen: 006421, eine Telecom-NZ-Nummer 006427. Vom Mobiltelefon aus würde man +64.... benutzen. Die deutsche Vodafone-Nummer jedoch kann von Deutschland aus ohne jede internationale Vorwahl angerufen werden, auch wenn sich dieses Telefon sonstwo auf der Welt befindet. Sollte man aber auch nur über die Grenze nach Dänemark reisen, so ist das deutsche Vodafone-Telefon in Neuseeland mit internationaler Vorwahl anzurufen, aber nicht mit 0064 bzw. +64 sondern selbstverständlich mit 0049 oder auch +49, weil es ja ein deutsches Telefon ist und die haben die deutsche Vorwahl 0049.
Skype, noch dazu mit Videoübertragung ist eine feine Sache, mit Datenstick aber nicht nutzbar, weil die Telefongesellschaft das nicht möchte und weil dann schnell das Datenvolumen verbraucht ist. Wenn aber über einen Anschluß möglich den jemand anderes bezahlt oder der pauschal bezahlt wird, dann funktioniert es recht gut.
Die CallingCard "CampusCard" hat nicht funktioniert, eventuell gibt es in Neuseeland sogenannte Impulswahl in manchen Regionen, dann läßt sich keine PIN über das Telefon-Tastenfeld eingeben. Es war nicht möglich das herauszufinden, ich würde auf CallingCards verzichten.
Es mag noch sehr viele geniale Möglichkeiten geben um zu telefonieren, nur irgendwann habe auch ich keine Lust mehr dieses Thema zu erforschen, ich bin froh wenn irgendwas funktioniert, derzeit funktioniert z.B. das Senden von SMS über die deutsche Vodafone-Karte nach Deutschland nicht, andersherum schon, warum auch immer. Daher ruft das Kind eben für 0,75+0,29 Euro kurz in Deutschland an und wir rufen zurück, dabei werden dann nochmals 0,75 Euro in Neuseeland fällig und eben 0,05 Euro pro Minute in Deutschland. Das Senden von SMS über die neuseeländische Karte geht, aber das Kind hat anderes im Sinn als sich über die Kosten von SMS und Telefongesprächen Gedanken zu machen, wir zahlen es ja...
Computer und Internet in Neuseeland: In großen Städten auf "Weltniveau", auf dem Land oder in kleinen Städten oft noch nicht auf unserem Stand der Technik, es wurden Computer ohne USB-Anschlüsse gesichtet (Januar 2010). Es werden durchaus noch Modemverbindungen verwendet. Es kann zu einem Kulturschock und zu rasenden Heimwehanfällen bei den jungen Reisenden kommen wenn es kein schnelles Internet gibt. Ein kleines Notebook kann als Trostspender sehr hilfreich sein. Das Gerät sollte sehr frisch eingerichtet sein und damit zuverlässig und schnell funktionieren. Wenn der Gasthaushalt ein WLAN und eine schnelle Anbindung hat, die für Skype geeignet ist, dann ist alles in Butter. Wenn es nur eine Modemverbindung gibt die noch dazu nicht ans Notebook passt oder die nicht funktioniert, dann ist der Frust sofort da.
Die grundsätzliche Einstellung eines WLAN-Zugangs sollte vor der Abreise geübt werden, insbesondere wenn der Zugang verschlüsselt ist.
An einen kleinen Kartenleser für die Speicherkarten der Kamera denken, mehrere Speicherkarten mitnehmen, zwei USB-Speichersticks können auch von Vorteil sein.
Wenn der Gasthaushalt kein WLAN und kein DSL oder sowas hat, dann geht oft eine Anbindung mit einem Datenstick von Telecom NZ, wenn möglich sollte der so früh wie möglich in den entsprechenden Läden in den großen Städten wie Auckland gekauft werden. Vodafone NZ hat auch Datensticks die auch funktionieren, wenn man über einen stolpert kann der reichen.
Mit "unserem" Datenstick verhält es sich aber so: Das Kind hatte kein Internet, kein WLAN, aber ein Notebook, wie Beine ohne Füsse könnte man sagen. Die Hostmum war nicht passend, das gibt es, ihr Computer offenbar uralt und langsam und Internet ging nicht. Heimweh trat in kürzester Zeit zutage, Tränen flossen reichlich. Es gibt Vodafone NZ, es gibt Kreditkarten, es gibt in Deutschland das Internet, es gibt Väter. Väter kaufen mit Kreditkartennummern in Neuseeland Datensticks bei Vodafone NZ und lassen sie per Post aufs platte Land zustellen, tolle Lösung, nur... sie klappt nicht!
Zweimal wurde der Versuch gemacht wie im Versandhaus einen Vodafone NZ Datenstick zu bestellen und zu bezahlen, zweimal kam die Bestellung zurück wegen geht nicht. Spätere eMails mit Begründungen wie "aus dem Ausland kann man eben nicht kaufen bei Vodafone NZ..." kamen bei mir an. Umgeschaltet, bei Telecom NZ bestellt, mit Kreditkarte, Versprechen bekommen "wird innerhalb 5 Werktagen geliefert", Bestellung lief glatt durch, wurde nicht zurückgewiesen. Geliefert wurde nach 2 Werktagen, der Stick lief "out of the box" (an Windows XP). So soll es sein. Daher würde ich zu einem persönlichen Einkauf in einem guten Laden in einer großen Stadt raten. Es ist aber leider nicht auf jedem Fleckchen Neuseelands mit Hochgeschwindigkeits-Internet über Datenstick zu rechnen. Irgendwo klappt auch das nicht.
Ich konnte über die ganzen 18000 km Entfernung die Erleichterung spüren dass wenigstens Schüler-VZ und Facebook in Neuseeland wieder erreichbar waren. Die 99 NZD haben sich echt gelohnt. Guthaben für den Datenstick kann in Deutschland über die Seite von telecom.co.nz gekauft werden, Bezahlung mit Kreditkarte, es gibt eine Aufladenummer. Es ist wichtig die Telefonnummer des Datensticks zu wissen, sowohl in Deutschland als auch in Neuseeland, die Nummer steht auf dem Karton, sie beginnt mit 027.
Die eigentliche Aufladung des Datensticks geht nur in Neuseeland, dafür ist ein beliebiges Telefon erforderlich, am besten wäre ein neuseeländisches Telefon, z.B. das mit der Vodafone NZ Nummer die man ja schon hat. Damit muß die gebührenfreie Nummer 0800 32 32 32 angerufen werden, mehr weiß ich nicht, aus Deutschland ist diese Nummer nicht erreichbar. Es wird ein Sprachmenü geben und irgendwann wird die Datensticknummer und die Aufladenummer einzugeben sein. Beim ersten Mal sollte man sich das zeigen lassen.
Man kann fast sagen, es gibt die Reisenden und es gibt "Mission-Control" in Deutschland.
Einen Datenstick aus Deutschland mit deutscher SIM-Karte braucht man nicht versuchen, geht vermutlich, aber reißt ein Riesenloch in den Geldbeutel. Deutscher Datenstick mit NZ-SIM-Karte, geht vermutlich, ist aber was für Tüftler, man bräuchte die Zugangsdaten, die habe ich aber noch nirgends gefunden.
Computer in den Schulen sind gern mal für Facebook und anderes gesperrt, warum auch immer, die Kinder sind oft nicht sehr beweglich, es fährt nur der Schulbus einmal morgens und einmal abends. Auch wenn ein Fahrrad verfügbar wäre, so sind manche Straßen doch wirklich gefährlich. Die Läden schließen früh! 17:00 Uhr, 17:30 Uhr... je kleiner der Ort desto früher. Entweder gleich in Auckland bleiben oder eben besser vorbereiten. Einiges kann aus Deutschland per Internet geregelt werden, manches nicht.
Internetcafes gibt es, nur müssen die Reisenden dort hin kommen, es ist wieder das Schulbusproblem, es gibt auch manchmal in Bibliotheken und auch anderswo, z.B. bei Starbucks, WLAN Hotspots, der Zugang ist oft nur gegen Geld möglich. Wirklich bewährt hat sich nur der Datenstick und WLAN in der Gastfamilie, wenn vorhanden.
Es ist derzeit (2010) nicht möglich sich irgendwas wie eine SIM-Karte oder einen Datenstick aus Neuseeland nach Deutschland schicken zu lassen, jedenfalls nicht direkt von den Anbietern. Wer dort Kontakte hat, die die Dinge vor Ort einkaufen können, ist natürlich gut dran, die anderen nicht.
Etwas woran der Deutsche nie denkt: Im Ausland gibt es keine deutschen Umlaute auf den Tastaturen! Das ist dann besonders ärgerlich wenn man Passworte mit deutschen Umlauten benutzt...
Wer seine eMail auf einem fremden Computer abrufen möchte, sollte vorher den Gebrauch der Webmail trainieren, Googlemail oder GMX wäre schon sowas, traditionell benutzen aber viele noch Mailprogramme wie Outlook-Express und laden sich ihre Mails herunter, dafür ist das Mailprogramm dann aber auch entsprechend einzurichten, sowas macht man aber nicht im Internetcafe.
Busreisen oder Regionalflüge lassen sich per Internet ganz einfach buchen, wenn man eine Kreditkarte hat, das geht auch von Deutschland aus. Für die Flüge werden die Tickets per eMail zugestellt, die entsprechenden Anhänge müssen dann ausgedruckt werden, die Reisenden müssen demnach eMail abrufen können und eine Möglichkeit zum Ausdrucken haben. Nur völlig Wahnsinnige nehmen sich einen Tintenstrahldrucker dafür mit...
Es wird allen Beteiligten schon einiges an technischen und sprachlichen Fähigkeiten abverlangt.
Für eine Reise nach Neuseeland braucht der Deutsche ein Visum, wenn die Aufenthaltsdauer 3 Monate überschreiten wird, das gibt es in Berlin, das geht per Post, das muß bar bezahlt werden (!), und wie kommt das Geld wohl in dieser Form dorthin? Eigentlich ist das nicht zulässig...
Für eine Reise von Neuseeland nach Australien braucht der Deutsche auch ein Visum, das scheint aber in Neuseeland kein Problem zu sein. Bei der Einreise zurück nach Neuseeland wird wieder tüchtig auf biologische Materialien kontroliert, Lebensmittel, Pflanzen, Erde...
Wer besondere Dinge nach Neuseeland versenden möchte, sollte sich auch die Einfuhrbestimmungen ansehen, Neuseeland verbietet allerlei woran man nicht gleich denkt, z.B. Schaumstoff zur Polsterung von zerbrechlichen Dingen, der muß garantiert FCKW frei sein, auch Verpackungsholz kann ein Problem sein. http://www.customs.govt.nz/importers/Prohibited+imports/default.htm
Bei der Heimkehr nach Deutschland sind Reisemitbringsel bis 430 Euro abgabenfrei einführbar. http://www.zoll.de/f0_veroeffentlichungen/e0_sonstiges/w0_2008/z04_reisefreigrenze/index.html
Die Reise nach Neuseeland wird in Singapur unterbrochen, dort gilt kein Reiseversprechen von Vodafone, Telefonieren nach Deutschland (3,07-3,63 Euro/min) oder in Singapur angerufen werden (1,84 Euro/min) ist recht teuer, SMS versenden ist auch nicht umsonst, geht aber noch, 41-71 Euro-Cent pro SMS, bei der Rückreise nach Deutschland läßt sich durch den Gebrauch der Vodafone NZ SIM-Karte etwas Geld sparen, jedenfalls in der Theorie. In der Praxis funktioniert die Verbindung eventuell nicht oder die Qualität ist schauderhaft. Der Anruf aus Singapur mit der deutschen CallYa Karte war glasklar zu verstehen, die Versuche mit der neuseeländischen Vodafone Karte blieben nach dem Klingeln stecken oder das Telefon war von Deutschland aus nicht erreichbar. Ich vermute das Signal mußte rund 16000 Kilometer zusätzlich über Neuseeland nehmen, 8000 von Singapur nach Neuseeland und wieder zurück und dann noch rund 10000 Kilometer nach Deutschland. Die deutsche Vodafone-Karte wurde direkt über Deutschland geleitet und war somit bereits am Ziel. Ist aber nur eine Vermutung.
Wer über das Kürzel Changi im Reiseplan stolpert und sich dunkel an "Change" erinnert und irgendwas von Umsteigen vermutet, liegt falsch, der Flughafen heißt Singapore Changi International Airport.
Es gibt auch Flüge mit Aufenthalt in Los Angeles (USA / Kalifornien), auch dort gilt kein Reiseversprechen von Vodafone. Es wäre auch ein spezielles Telefon mit Triband- oder besser Quadbandfähigkeit erforderlich. GSM 900/1800 wie fast überall auf der Welt gibt es in den USA nicht, das hat technische Gründe, es gibt GSM 850/1900. Manchmal scheint es 3G 2100 zu geben, es gibt auch 3G 850 und 3G 1700. Mich interessiert diese Problematik nicht, was aber persönliche Gründe hat.
Abschließend die entstandenen Kosten:
Alles in allem etwa 14000 Euro für gut 5 Monate, über den Daumen gepeilt den Preis den die Organisation verlangt und nochmal die Hälfte dazu.
Dieser Text wird gelegentlich durch neue Erkenntnisse ergänzt.
26.05.2010-01.02.2012